Lerntipps für Schülerinnen und Schüler
Aller Anfang ist schwer.
Falls du Schwierigkeiten hast, möglichst gleich nach dem Hinsetzen an den Schreibtisch mit der Hausaufgabe zu beginnen, so ist das ganz natürlich. Ein Leistungssportler kann auch nicht sofort Höchstleistungen erbringen, er benötigt eine Aufwärmzeit, wie du aus dem Sportunterricht sicher weißt. Für deine Aufwärmzeit zum Hausaufgaben erledigen musst du dir einen geeigneten Lernstoff aussuchen – nämlich für die ersten zehn Minuten einen möglichst leichten, für dich auch interessanten Stoff.
Deine Hausaufgabe solltest du dir in überschaubare Portionen aufteilen, die z. B. jeweils in etwa fünfzehn bis dreißig Minuten Arbeitszeit zu schaffen sind. Diese Aufgabenportionen kannst du dir auch auf einen Zettel schreiben, diesen an eine Pinnwand hängen und nach der Erledigung sofort abnehmen, das macht auch Spaß und gleichzeitig sichtbar, wie das Arbeitspensum abnimmt.
Auch das Lernen braucht einen Plan.
Von verdaulichen Häppchen und erfrischenden Pausen.
Da wir Menschen keine Maschinen sind, benötigen wir auch häufig und regelmäßig Pausen. Bei gleichmäßig eingelegten Pausen nehmen die sogenannten unbewussten Pausen („träumen, ...“) ab. Eine Fünf – Minuten – Pause solltest du jeweils nach einer Lernzeit von dreißig Minuten einlegen. Nach einer längeren Lernzeit ist eine Entspannungspause (fünfzehn Minuten) durchaus günstig. Bei allen Pausen solltest du bewusst vom Lernen abschalten, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben; die vereinbarten Zeiten sind jedoch immer einzuhalten.
Zunächst brauchst du einmal einen festen Arbeitsplatz, der kein fester Schreibtisch sein muss. Wichtig ist in einem Zimmer eine bestimmte Stelle, an der du deine Hausaufgaben erledigen kannst. Allein die Atmosphäre in diesem Zimmer und die gewohnten Verhältnisse des gemütlichen Arbeitsplatzes stellen deinen Körper auf Arbeit ein. Schreibzeug, Papier, Lineal, Bleistift etc. sollten immer bereit liegen. Auf dem Schreibtisch sollten nur Dinge liegen, die unmittelbar mit der jeweiligen Arbeit zu tun haben.
Es ist gar nicht so einfach, jetzt die geeignetste Lernzeit zu finden. Am besten sind die Lernzeiten, die zu einer festen Gewohnheit geworden sind, weil dann der Körper auf Lernen schaltet, genauso wie er abends auf Schlafen schaltet.
Jeder lernt anders.
Es gibt verschieden Lerntypen:
Lerntyp „Lesen“:
Zu diesem Lerntyp gehören Leute, die gut durch das Lesen eines Textes lernen können.
Lerntyp „Hören“:
Dazu gehören diejenigen, die gut lernen können, wenn ihnen etwas vorgelesen wird oder sie selbst den Text laut und deutlich lesen.
Lerntyp „Sehen“:
Sollte das Sehen ein besonders wirkungsvoller Lernweg für dich sein, versuche dir bei den Erklärungen der Lehrkraft die Dinge und Vorgänge konkret vorzustellen. Stelle dir z.B. den Schnitt durch eine Kugel dadurch vor, dass du einen Apfel durchschneidest; du kannst dir auch Skizzen und Zeichnungen anfertigen; ebenso kann ein Museumsbesuch ganz hilfreich sein.
Um Texte besser erfassen zu können und im Gedächtnis zu behalten, kannst du folgender-maßen vorgehen:
1. Schritt: Den Text kurz überfliegen; „diagonal“ lesen.
2. Schritt: Kommen Fremdwörter vor, dann versuche sie durch nachschlagen zu ergründen.
3. Schritt: Jetzt den Text genau lesen.
4. Schritt: Versuche mit eigenen Worten den Inhalt darzustellen.
5. Schritt: Wiederhole den Text und achte darauf, dass du ihn auch wirklich verstanden hast.
6. Schritt: Weitere Hilfsmittel können sein: Plakate, Zettelkasten, Cassettenrecorder, etc.
Lernen von Vokabeln.
Vokabeln „richtig lernen“ bedeutet, dass man sich nicht vornimmt, zu viele am Stück zu ler-nen. Als Richtwert können maximal 30 neue Vokabeln gelten, wobei diese wiederum nicht auf einmal zu lernen sind; sie sollten möglichst in 10er Portionen aufgeteilt werden. Auch hilft, zwischendurch eine schriftliche Sequenz einzubauen um keine Eintönigkeit aufkommen zu lassen. Da aber aus Erfahrung Auswendiggelerntes bereits nach wenigen Tagen zu einem großen Teil vergessen wird, ist eine stete Wiederholung unabdingbar.
Allzu viel ist ungesund.
Ungesund ist nur, wenn zu viel auf einmal gelernt wird! Das wiederum heißt, dass man rech-tzeitig mit der Vorbereitung anfängt. Am Tag vor einer Prüfung sollte man sich z.B. keinen neuen Stoff in diesem Fach aneignen wollen. Wenn nämlich ein Stoff richtig „verdaut“ ist, dann lässt er sich auch besser aus der Erinnerung wieder abrufen.
Damit also die Arbeit für die Schule über die Woche oder über Monate hinweg gut verteilt werden kann, ist ein entsprechender Terminkalender sehr hilfreich, worin auch die motivie-renden Freizeiten eingetragen werden sollen! Allerdings musst du dich daran gewöhnen, diesen Zeitplan sowohl zu akzeptieren als auch konsequent einzuhalten.
Prüfungsangst! – Prüfungsangst ?
Hier einige Gedanken, die dir helfen könnten, deine Prüfungsangst zu reduzieren:
Du kannst nur das, was du gelernt hast – was du aber gelernt hast, das kannst du auch.
Zum richtigen Lernen mache dir einen Zeitplan, der dir sagt, wann du was in welcher Zeit lernen musst.
Daher musst du wissen, was in der nächsten Schulaufgabe oder Prüfung drankommt. Diesen Stoff musst du in verdaulichen Portionen aufteilen.
Es ist geradezu dumm, erst am letzten Tag vor einer Prüfung dafür z.B. eine Stunde zu ler-nen. Schlauer ist es, drei Tage vorher zu beginnen und jeden Tag zwanzig Minuten zu lernen.
Am letzten Tag vor der Klassenarbeit darfst du vor allem nichts Neues mehr lernen. Eine kurze Wiederholung muss genügen.
Geh mit dem Gefühl in die Prüfung, dass du dich gut vorbereitet hast. Auch wenn du nicht alles kannst, so weißt du doch, dass du eine Menge kannst.
Lass dich von Besserwissern vor einer Arbeit nicht verrückt machen.




