Aktuelle Termine

Die nächsten Termine im APIAN-Gymnasium Ingolstadt:

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    01.05.2019

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    06.05.2019, 08:00 Uhr - 16:00 Uhr


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„Es betrifft euch!“

Spendenübergabe und Vortrag "Kinderhilfe Afghanistan"

Erst vor zwei Tagen aus Afghanistan zurückgekehrt besuchte Herr Dr. Erös, ein ehemaliger Bundeswehrarzt, der zusammen mit seiner Frau die private Hilfsorganisation „Kinderhilfe Afghanistan“ begründet hat, unsere Schule.
Die stellvertretende Schulleiterin Frau Eberl begrüßte ihn und Frau Bamberger als Vertreterin der offenen Behindertenarbeit St. Vinzenz zu Beginn der Spendenübergabe. Die Schülersprecher/innen Giulia Schmidt, Leonie Gutz und Paul Zehentbauer freuten sich, den Erlös des Weihnachtsbazars an die beiden Organisationen überreichen zu können, dieses Jahr die großartige Summe von über 7400 Euro! Auch Herr Silvester vom Donaukurier war anwesend, um die Übergabe der Spenden zu dokumentieren.

 
 
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Im Anschluss daran informierte Herr Dr. Erös die Schüler/innen der 9. Jahrgangsstufe aus erster Hand über sein Engagement in Afghanistan. Gerade im Kontext der öffentlichen Debatte rund um die weltweit zunehmenden Fluchtbewegungen führte er den Jugendlichen deutlich vor Augen, was die Lage der Menschen in dem weit entfernten Land mit ihnen selbst zu tun hat. Obwohl die junge Generation dort mit Krieg, Gewalt und Waffen aufgewachsen ist, hofft sie - genauso wie die Jugendlichen hierzulande - auf ein gelingendes Leben in Frieden und Wohlstand. Auch dort haben die jungen Menschen Träume und wollen etwas aus sich selbst und ihrem Leben machen. Nur eine effiziente Entwicklungshilfe, kann ihnen eine Perspektive ermöglichen und auf diese Weise letztlich die Ursachen bekämpfen, die die Menschen dazu treiben, eine lange und gefährliche Flucht in eine ungewisse Zukunft in Europa auf sich zu nehmen.
Anhand von konkreten Zahlen und Daten zeigte Herr Erös auf, wie vielfältig und voller kulturellem Reichtum Afghanistan ist. Die Schüler/innen wurden über die geografische und politische Lage informiert: Das Land hat ca. 20 Millionen Einwohner, die allerdings niemand je ganz genau gezählt hat. Es ist zudem ein Land der Gegensätze, denn in diesem topografisch sehr vielseitigen Land mit bis zu 7000m hohen Gebirgen kann das Thermometer im Winter auf bis zu -50°C fallen, und in den tiefer gelegenen Gebieten kann es im Sommer Temperaturen im Schatten von ca. +58°C geben.

Unter diesen schweren Bedingungen leben die Bewohner, die Afghanen, seit Jahrtausenden. Sie haben sich darauf eingestellt und deshalb sind an diesem freiheitsliebenden Volk schon manche Eroberer gescheitert, wie z. B. Alexander der Große in der Antike und die Sowjetunion im 20. Jahrhundert. Natürlich gibt es in Afghanistan im kalten Winter keine Heizung, wie wir das kennen, und da das ganze Land inzwischen abgeholzt ist, mangelt es auch an Holz als Heizmaterial. Die einheimische Art, mit getrocknetem Kot von Kühen zu heizen und zu kochen, ist natürlich nicht sehr ergiebig. Deshalb unterstützt die "Kinderhilfe Afghanistan" der Familie Erös die Bereitstellung von modernen Solarkochern. Das Material wird aus Deutschland eingeführt, und in Afghanistan werden die Einzelteile dann von Einheimischen montiert. Das hilft den Menschen, Wasser zu erhitzen, zu kochen und auch zu heizen oder ein Radio zu bedienen, und außerdem entstehen Arbeitsplätze im Land. Das ist umso wichtiger, wenn man bedenkt, dass viele Afghanen keine Arbeit haben und das tägliche Einkommen eines Erwachsenen umgerechnet nur 1,50 Euro beträgt.
Mit den ausschließlich privaten Spendengeldern unterstützt die Familie Erös mit ihrer Initiative vor allem Kinder und Frauen mit schulischen und medizinischen Projekten. Sie hat unter anderem 30 Schulen ins Leben gerufen, an denen bis heute ca. 60.000 SchülerInnen trotz aller Unruhen in dem Land ungestört unterrichtet werden können. Dass die von ihnen gegründeten Schulen und Ausbildungszentren von den verschiedenen rivalisierenden Gruppierungen in Afghanistan unbehelligt bleiben, führt Herr Dr. Erös vor allem darauf zurück, dass die Einrichtungen nach ihrer Gründung von den Einheimischen selbst geführt und organisiert werden. Gemäß dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe werden die Menschen dazu befähigt, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Zum Beispiel können junge Frauen, die eine der „Friedensschulen“ der „Kinderhilfe-Afghanistan“ besucht haben, nun selbst Lehrerinnen werden und bilden nachfolgende Generationen aus. Mit ihrem Verdienst können die Frauen ihre Familien ernähren und sind nicht darauf angewiesen, früh zu heiraten und viele Kinder zu bekommen. Mädchenbildung ist also eine Grundlage, durch die in vernünftiger Weise und selbstbestimmt die Geburtenrate reduziert werden kann, was ein wichtiges Element für die Zukunft unterentwickelter Länder darstellt.
Dementsprechend heißt das Motto der Kinderhilfe Afghanistan "Bildung statt Fundamentalismus", denn nur durch Schulen und durch Bildung können letztlich Kriege verhindert werden, die so viel Leid und Tod über die Bevölkerung bringen.
Besser wäre es laut Herrn Dr. Erös, chronische Unterernährung bei Kindern zu verhindern, aber dazu müsste die internationale Gemeinschaft mehr als "nur" 35 Milliarden Dollar einsetzen.
Der ehemalige Bundewehrarzt appellierte immer wieder an sein junges Publikum, sich einzumischen und politisch zu engagieren. Er betont, dass die Schüler/innen des Apian-Gymnasiums später einmal zur Elite des Landes gehören. Aus ihnen können einmal „kluge Politiker“ werden, die der Welt – und eben auch Afghanistan – Krieg statt Frieden bringen. Dafür sei es notwendig, sich politisch gründlich zu informieren.

Abgerundet wurde der Vortrag durch einen kurzen Film über die "Kinderhilfe Afghanistan", der im Westdeutschen Fernsehen lief und einen anschaulichen Einblick in die erfolgreiche Arbeit dieser Hilfsorganisation gibt.
Mit Hartnäckigkeit, einem langen Atem und ganz sichtbaren Ergebnissen trägt die „Kinderhilfe-Afghanistan“ dazu bei, die Vision einer besseren Zukunft in der eigenen Heimat nicht aufzugeben, sondern diese Stück für Stück in die Realität umzusetzen. Die Schulgemeinschaft des Apian-Gymnasiums ist stolz darauf, durch die Spendengelder des Weihnachtsbazars jedes Jahr hierzu einen kleinen Beitrag leisten zu können.

StRin Dorothea Ziegler, StRin Helen Wallisch-Prinz

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