30.07.2026
Im Juli fanden für die Spanischklassen und weitere interessierte Schüler des Apian-Gymnasiums zwei besondere Angebote des Spanischen Vereins (Centro Español de Ingolstadt) statt:
Flamenco-Workshop
Im Rahmen des Festivals CinEScultura und im Einklang mit dessen Motto „Hier spielt die Musik“ organisierte der Spanische Verein am 06. Juli 2026 einen Workshop für Schülerinnen und Schüler der 7., 8., 10. und 12. Klassen. Unter der Leitung von Mayka Pérez sowie mit Unterstützung von sieben weiteren Referentinnen und Tänzerinnen bot der Workshop eine kurzweilige Einführung in die Klang- und Bewegungswelt des Flamenco.
In einem kurzen Theorieteil lernten die Teilnehmenden, dass dieser traditionelle Tanz- und Musikstil aus Andalusien das Ergebnis einer Vermischung verschiedener Kulturen ist und tiefe Emotionen wie Leidenschaft, Schmerz und Lebensfreude ausdrückt.
Anschließend erhielten sie Einblicke in verschiedene „Palos“, also die verschiedenen Stilrichtungen des Flamenco und probierten typische Rhythmen mit Klatsch- und Stampfübungen aus. Auch das elegante Spiel mit Fächer und Tuch wurde erprobt, und alle konnten erleben, wie diese Utensilien bei gekonnter Handhabung Ausdruck und Haltung verstärken.
Der Workshop legte einen besonderen Fokus auf die Sevillanas, den fröhlich-dynamischen Volkstanz Andalusiens, der vor allem bei Volksfesten wie der Feria de Abril in Sevilla getanzt wird.
So begeisterten die Tänzerinnen der Gruppe „Flamenco Olé“ mit einer mitreißenden Kostprobe von Sevillanas, bevor sich die Schülerinnen und Schüler selbst ans Tanzen wagten: Am Ende des Workshops lernten sie einen Teil der ersten Sevillana-Strophe. Deren Schritte und Armbewegungen erwiesen sich als herausfordernd, machten jedoch großen Spaß und weckten bei manch einer/m den Wunsch, selbst einmal eine Feria zu besuchen oder weitere Tanzstunden zu nehmen.
Ausstellung “Mauthausen – Memorias Compartidas / Shared Memories“
Im Juli durften wir am Apian-Gymnasium die Ausstellung „Mauthausen – Memorias Compartidas / Shared Memories“ zeigen, die mit Zeugenaussagen und Fotografien die Schicksale der Deportierten im KZ Mauthausen nachzeichnete. Die Ausstellung machte das Zusammenleben und die Solidarität zwischen Juden und spanischen Republikanern im Lager nachfühlbar und brachte bewegende Biografien ans Licht. Bis zu 7.200 Spanier wurden nach Mauthausen verschleppt; rund 5.000 überlebten nicht. Die Ausstellung richtete sich gezielt an die Oberstufenklassen in Spanisch, die den spanischen Bürgerkrieg und seine Folgen im Unterricht behandeln, wurde aber auch fächerübergreifend von anderen Klassen besucht und sinnvoll in den historischen Kontext eingebettet. Ziel war es, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten und entschieden gegen das Vergessen und jede Form von Geschichtsverfälschung einzutreten.
Beide Formate zusammen zeigten eindrücklich: Wer sich auf fremde Kulturen einlässt, gewinnt neue Perspektiven — sei es ein leidenschaftlicher Tanz, der die Sinne weckt, oder eine Ausstellung, die das Gewissen anspricht. Offenheit und Toleranz bilden die beste Grundlage für solche prägenden Erfahrungen.
Unser herzlicher Dank gilt dem Centro Español de Ingolstadt für die großartige Organisation und die inspirierende Zusammenarbeit!
Lisa Stengel, OStRin